Mitteilung an die Fachpresse
Holzforschung Schweiz 2 / 2011. Das neue Bulletin der SAH ist erschienen
Holzforschung: Holzstrukturen schwungvoll geformt
Holz tritt heute mit neuen und ausdrucksvollen Architekturformen auf. Der Berliner Architekt Jürgen Mayer H. hat solche Holzstrukturen bei der Mensa der Universität Karlsruhe oder beim Parasol in Sevilla wirkungsvoll eingesetzt. Der Japaner Shigeru Ban formte das Dach des Centre Pompidou Metz wie einen gigantisch grossen Strohhut aus Holz, Rena Dumas stellte für den Laden eines Luxuskonzerns in Paris drei immens grosse Holzkörbe in ein stillgelegtes Schwimmbad. Andere verformen mit neuen Methoden Holz zu Möbelobjekten und erreichen so neue Qualitäten. Möglich wird dies durch kluge Umsetzungen von Forschungsarbeiten in die Praxis. Das soeben erschienene Bulletin «Holzforschung Schweiz» (Nr. 2, 2011) verrät, was Planungsbüros und Firmen aus der Schweiz dazu beitragen und auch, was Holzforschung für die tägliche Baupraxis unternimmt.
Leichtbau und räumliches Verformen mit Holz
Hebelstabwerke aus kurzen Holzabschnitten überwinden beachtliche Spannweiten. Studierende der Architekturabteilung in der ETH Zürich haben derartige Strukturen nicht nur auf dem Papier entworfen, sondern in Modellen und Prototypen bis zum Massstab 1:1 gebaut. Sie erleben so den vollständigen Zyklus von der Konzeption bis hin zum Bau. Was dabei durch die Professur für Architektur und Konstruktion vermittelt wird, ist unter anderem die Vielseitigkeit des Baustoffs Holz. Beeinflusst durch Forschungsarbeiten und Erfahrungen in der Professur für CAAD der ETH Zürich (Prof. Dr. Ludger Hovestadt) arbeitet «designtoproduction» in Erlenbach ZH international erfolgreich als unabhängiger Anbieter für Geometrieberatung. Komplexe Projekte von Rena Dumas Paris), Shigeru Ban (Japan) oder aus dem Büro ALA Architects (Helsinki) werden in Erlenbach analysiert und präzise so berechnet, dass sich später die Holzteile millimetergenau zum Ganzen fügen. Ähnlich gerichtet und doch anders in der praktischen Verwertung erarbeiten «schindlersalmerón» als eigentliche Möbelarchitekten – sie entwerfen und konstruieren sphärische Formen für Möbel und Ausbauten. Und was Simón Vélez (Bogota, Kolumbien) seit Jahrzehnten mit Bambus für leichte Tragstrukturen zaubert, das fasziniert mittlerweile weltweit nicht allein an Architektur Interessierte.
Entwicklungen für die tägliche Baupraxis
Wenn die oben beschriebenen Entwürfe und Konstruktionen heute noch eher Ausnahmen sind, kann auch die tägliche Baupraxis auf neue und Zukunft versprechende Entwicklungen aus der Forschung zählen. Ein neuartiges Tragwerk mit Laubholz, eine Kassettendecke, wurde im Institut für Baustatik und Konstruktion der ETH Zürich gemeinsam mit praktisch tätigen Partnern aus Planung und Konstruktion entwickelt. Der gebaute Prototyp von 6,5 x 6,5 Metern wird derzeit geprüft, kommt (hoffentlich) für einen Neubau auf dem ETH Campus zur Anwendung und verspricht auch für die weitere Anwendung Grosses. Gemeinsam mit der Fachhochschule Architektur, Holz und Bau in Biel hat die Abteilung Akustik der Empa in Dübendorf einen neuartigen Prüfstand für Leichtbau entwickelt. Damit lassen sich auch mehrgeschossige Holzbauten in Bezug auf Lärmschutz optimieren. Aus dem Fraunhofer-Institut kommt die Nachricht über eine neue Methode, dem Formaldehydproblem bei Spanplatten zu Leibe zu rücken. Spezielle Minerale statten Holzwerkstoffe mit Luft reinigenden Eigenschaften aus.
Das Bulletin Holzforschung Schweiz Nr. 2 von 2011 zeigt auf 26 Seiten die neuesten Entwicklungen im Leichtbau, bei der räumlichen Verformung mit Holz und berichtet über Entwicklungen für die Holzbaupraxis. Dazu kommt ein Bericht über den 43. Fortbildungskurs in Weinfelden zum wichtigen und leider allzuoft noch unterschätzten Thema der Haus- und Energietechnik im Holzhausbau. Mit leisem Augenzwinkern kommt zudem der Weltrekord von SplinterBike, dem in England (wo sonst?) gebauten Hochleistungsfahrrad ganz aus Holz, zur Sprache. Es sind dies Informationen zu Holz, die anderswo kaum in dieser Form greifbar sind. Sie stehen für die Mitglieder der SAH exklusiv zur Verfügung – umweltschonend weil allein in elektronischer Form versandt. Bestimmt ist dies ein guter Grund, bei der kleinen aber effizienten Organisation der «Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung SAH» Mitglied zu werden. Die Kosten sind gering, der Gewinn für die tägliche Arbeit beachtlich. Über die Möglichkeiten und Vorteile informiert ein Flyer und auch die Homepage der SAH (www.holzforschung.ch).
Charles von Büren, Bern
Beauftragter für Presse und Information der SAH
Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung SAH
Falkenstrasse 26
8008 Zürich
044 267 47 78
info (at) holzforschung.ch
www.holzforschung.ch
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